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Herr Hans-Peter Debelius
E-Mail: hans-peter.debelius@giz.de

Schutz und Management natürlicher Ressourcen in Wassereinzugsgebieten

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und Management natürlicher Ressourcen in Wassereinzugsgebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Dominikanische Republik
Politischer Träger: Secretaría de Estado de Economía, Planificación y Desarrollo
Gesamtlaufzeit: Oktober 2002 bis Februar 2012

Ausgangssituation

Entwaldung und unangepasste Landnutzung in den ländlichen Gebieten der Dominikanischen Republik führen zu Erosion, Bodenzerstörung und schließlich zur Degradierung wichtiger Wassereinzugsgebiete. Die Lebensgrundlage der verarmten ländlichen Bevölkerung ist bedroht und die langfristige Wasserversorgung der Dominikanischen Republik und der gesamten Insel Hispaniola ist nicht mehr gesichert.

Aufgrund fehlender staatlicher Unterstützung und mangelnder Kenntnisse gibt es für die ländliche Bevölkerung keine rentablen und nachhaltigen Alternativen zur bisherigen Form der Landnutzung.  Fehlende Landtitulierung und Rechtsunsicherheit beim kleinen Landbesitz beeinträchtigen zudem die Entscheidung, Investitionen in dauerhafte, schonende Landnutzungsformen zu tätigen.

Unzureichende Koordination zwischen staatlichen Organen und Organisationen der Zivilgesellschaft sowie der nur schwache Einfluss des Umweltministeriums auf Entscheidungen anderer Politikbereiche verhindern ein effektives und nachhaltiges Management der natürlichen Ressourcen in Wassereinzugsgebieten und den Schutz ökologisch wertvoller Naturräume.

Das Programm unterstützt Reformen im  Bereich des Managements von Wassereinzugsgebieten. Insbesondere die Rolle der Gemeinden und der Zivilgesellschaft soll gestärkt und eine lokale wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung eingeleitet werden.

Ziel

Das von Staat und Zivilgesellschaft getragene nachhaltige Management strategisch wichtiger Wassereinzugsgebiete trägt zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung der Dominikanischen Republik und der gesamten Insel Hispaniola bei.

Im Einzelnen wird angestrebt:

  • Das Umweltministerium verbessert seine Fähigkeiten einen konsensorientierten Politikdialog mit anderen Ministerien, den Kommunen und der Zivilgesellschaft zu führen und ist in der Lage, die zunehmend dezentralisierten Kompetenzen beim Umweltmanagement steuernd und beratend zu begleiten.
  • Kommunen setzen das verfügbare Budget in angemessener Art zum Umweltmanagement ein und sind qualifizierte Dienstleister für eine lokale Wirtschaftsentwicklung.
  • Produzentengemeinschaften finden mit verbesserten und neuen Produkten Zugang zu neuen Märkten.
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen übernehmen mehr Verantwortung im Management von Schutzgebieten und erhöhen ihre Fähigkeiten in der partizipativen Planung und Durchführung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements und Schutzes wertvoller Naturräume.

Vorgehensweise

Beratungsschwerpunkt des Programms ist es, Kompetenzen und Leistungsfähigkeit nationaler und lokaler Institutionen zu stärken (capacity development). Gemeinsam wird an innovativen Politikansätzen im Wassereinzugsgebietsmanagement gearbeitet. Sie fördern die kommunale Verantwortung und tragen zur weiteren Dezentralisierung des Umweltministeriums bei. Wichtige Partner sind das Umweltministerium, Gemeinden und Organisationen der Zivilgesellschaft.

Im Oberlauf von zwei Wassereinzugsgebieten (Río Yaque del Norte und Río Artibonito) wird der Aus- und Aufbau von Wertschöpfungsketten unter anderem für Kaffee, Holz und Ökotourismus sowie die Einführung verbesserter Technologien in der Landnutzung unterstützt. Eingesetzt werden geeignete Modelle des partizipativen Umweltmanagements und alternative, umweltverträgliche Produktionsmethoden. Das Programm leistet damit auch einen direkten Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung und zur Bewahrung ökologisch wertvoller Naturräume.

In der engen Zusammenarbeit mit dem grenzübergreifenden Vorhaben „Armutsminderung durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet des Río Artibonito“ (GIZ) und dem Projekt „Naturressourcenmanagement in der Grenzregion zu Haiti“ (KfW Entwicklungsbank) entstehen Synergien, die zum Erreichen der angestrebten Wirkungen genutzt werden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Die Aktualisierung der nationalen Umweltpolitik und -Gesetzgebung ist eingeleitet.
  • Weiterentwickelte Strategien in Umwelterziehung und Umweltbewusstseinsbildung liegen vor.
  • Einzelne Kommunen haben eigene Einheiten zum Umweltmanagement aufgebaut.
  • Die Voraussetzungen für eine interinstitutionelle Abstimmung auf nationaler Ebene sind geschaffen.
  • Durch den Finanzierungsmechanismus „Zahlung von Umweltleistungen“ (Payment for environmental services) werden im Wassereinzugsgebiet Yaque del Norte Aufforstungen und weitere Maßnahmen für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement finanziert und durchgeführt. Angepasste Modelle und Empfehlungen zur nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen werden umgesetzt.
  • Der Gemeindezweckverband “Madre de las Aguas” wurde gegründet. Er konnte sich bereits als Koordinierungsmechanismus für den Schutz der regionalen Wassereinzugsgebiete durchsetzen.
  • Durch den Aufbau von Kooperationen zwischen Umweltministerium (SEMARENA), Kommunalverwaltungen (Restauración y Pedro Santana) und der Produzentenvereinigung ASODEFOREST konnte die Zivilgesellschaft, unter besonderer Berücksichtigung der Frauen, besser in die Planung und in Entscheidungsprozesse der  Wertschöpfungskette Holz integriert werden.
  • Die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Umwelt arbeiten, unter Führung des Umweltministeriums, entsprechend den Prioritäten des Landes und verbessern ihre Koordination, im Sinne der Pariser Erklärung über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (2005).


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