Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Nachhaltiges Ressourcenmanagement im Chaco AmericanoProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Nachhaltiges Ressourcenmanagement im Chaco Americano
Ausgangssituation
Der südamerikanische Chaco ist mit etwa 1 Mio. Quadratkilometern das zweitgrößte Waldgebiet Lateinamerikas. Er ist damit etwa drei Mal so groß wie Deutschlands und umfasst Teile von Argentinien, Paraguay und Bolivien. Das Leben seiner rund sieben Millionen Einwohner ist eng mit der Nutzung der natürlichen Ressourcen des Chaco verknüpft. Abholzung, Überweidung und Monokulturen haben jedoch zu einer dramatischen Degradierung dieses sensiblen Naturraums geführt. Der Wald, die Lebensgrundlage vieler Bewohner, wird zunehmend zerstört. Der fortschreitende Desertifikationsprozess behindert die Entwicklung der Region und treibt die Chaco-Bevölkerung in zunehmende Armut, bereits jetzt leben 60 Prozent unter der Armutsgrenze. Argentinien, Bolivien und Paraguay haben die internationalen Umweltkonventionen unterzeichnet und sich somit zu deren Umsetzung rechtsverbindlich verpflichtet. Bisher ist jedoch die Abstimmung zwischen den drei Ländern auf der politischen Ebene sowie zwischen den Akteuren der Zivilgesellschaft in der Region noch unzureichend. Modelle der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ressource „Wald“ sind noch nicht ausreichend bekannt, und kurzfristige wirtschaftliche Interessen (z.B. Soja-Anbau in Argentinien) setzen sich häufig auf Kosten der natürlichen Ressourcen durch. ZielStaatliche und nichtstaatliche Akteure orientieren sich in Richtung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen im Chaco Americano. Die zur Unterstützung dieses Ziels notwendigen Maßnahmen sind über die Ländergrenzen hinweg regional abgestimmt und koordiniert. VorgehensweiseDie GTZ unterstützt mit dem Projekt staatliche und nichtstaatliche Akteure bei der Umsetzung der UN-Konvention zur Desertifikationsbekämpfung (UNCCD) im Gran Chaco. Dabei ging es in einer ersten Projektphase (2002-2005) um das gesamte Spektrum der nachhaltigen Ressourcennutzung, während der Schwerpunkt in der zweiten Projektphase (2005-2008) der Inwertsetzung und nachhaltigen Nutzung des Naturwaldes im Chaco liegt. Hierbei steht die Institutionalisierung länderübergreifender Entscheidungsstrukturen im Vordergrund. Die Außenminister Argentiniens, Boliviens und Paraguays unterzeichneten aus Anlass der fünften internationalen Sitzung zur Umsetzung der UNCCD in Buenos Aires 2007 ein trinationales Kooperationsabkommen zur nachhaltigen Entwicklung im Gran Chaco Americano. Mit diesem Abkommen wird ein wichtiger Schritt zur Integration umwelt- und sozialpolitischer Maßnahmen in die Länderpolitik der drei Staaten vollzogen. Die Außen- und Umweltministerien sind offizielle Partner des Projekts und unterstützen aktiv die Umsetzung der länderübergreifenden Zielsetzungen. Das Projekt führt Maßnahmen in zwei Bereichen durch:
Das Projekt leistet methodische, fachliche, organisatorische und finanzielle Unterstützung bei der Bildung verschiedener grenzübergreifender Netzwerke zu Fragen der Umsetzung der Umweltkonventionen im Chaco sowie zur Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren für Methoden und Modelle der nachhaltigen Ressourcennutzung in der Region. Schwerpunkt hierbei ist die Wald- und Holznutzung. Darüber hinaus werden aber auch Themen wie die Belange der indigenen Bevölkerung berarbeitet. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeDas Projekt hat erreicht, dass Regierungsorganisationen, vor allem die verantwortlichen Stellen in den Umwelt- und Außenministerienm, und Nichtregierungsorganisationen der drei beteiligten Länder in einen Dialog über grenzüberschreitend koordinierte Umweltpolitik und deren Umsetzung eingetreten sind. Im Bereich Umweltbildung und Wissensmanagement sind verschiedene Netzwerke in ihrer Entstehung aktiv unterstützt worden mit dem Ergebnis, dass heute eine Vielzahl von Verbindungen zwischen lokalen Akteuren (Kleinbauern, Techniker, Schreiner.) der drei Länder entstanden sind. Beispielsweise werden Austauschreisen organisiert oder Fort- und Weiterbildung zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen überregional angeboten und genutzt. Für den formellen und informellen Bildungssektor wurden gezielt Umwelt-Materialien über die Region Gran Chaco erarbeitet und verbreitet. Dazu gehört die Erstellung eines Chaco-Atlas, der umfassend ökologische und sozio-ökonomische Themen der Region behandelt und grafisch darstellt. Von großer Bedeutung ist ein Set von Bildungsmaterialien, das die GTZ in Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Institutionen der drei Länder erarbeitet hat. Mit Chaco-spezifischen Inhalten unterstützt dieses Material Lehrer und Bildungseinrichtungen die Umweltbildung gezielt in den Unterricht einzubinden. Die Umsetzung der Umweltbildung vor Ort wird dabei mit speziell für Bildungsmittler entwickelte Workshops unterstützt, die ständig aktualisiert und auf neue Herausforderungen hin aktualisiert werden. Im argentinischen Teil des Chacos wurde in Zusammenarbeit mit einer Provinzregierung und der deutschen Privatwirtschaft ein Holztechnologiezentrum aufgebaut, das grenzübergreifend tätig ist. Das Zentrum unterstützt kleine und mittlere Betriebe der Holzverarbeitung, um die Qualität der Produkte, des Designs und der Betriebsführung zu verbessern. Gleichzeitig wird durch eine Verbesserung der Holzausnutzung, durch Fortbildung in nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Zertifizierung sowie durch die Einbeziehung verschiedener Baumarten in der Holzverarbeitung (bisher auf 2 - 3 Arten limitiert) ein rationellerer Umgang mit dem Rohstoff Holz erreicht. Ein weiteres Zentrum für Holztechnologie wurde in Paraguay eingerichtet. Beide Zentren haben sich der länderübergreifenden Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch über einen Kooperationsvertrag verpflichtet, in dessen Rahmen bereits mehrere gemeinsame Workshops durchgeführt wurden.
Weiterführende Informationen
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