Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.giz.de.
![]() |
|
Ansprechpartner |
Nachhaltiges NaturressourcenmanagementProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Nachhaltiges Naturressourcenmanagement
AusgangssituationArmut und die Zerstörung der natürlichen Ressourcen zählen zu den drängenden Entwicklungsproblemen Paraguays. Begünstigt von Wirtschafts- und Staatskrise hat die Ressourcenzerstörung in den letzten Jahren erschreckende Ausmaße angenommen. Sie geht vor allem zu Lasten armer und marginalisierter Bevölkerungsgruppen und trifft dort insbesondere die junge Generation, deren Zukunftssicherung gefährdet ist. Auf den natürlichen Ressourcen lastet hoher Nutzungsdruck; die staatliche Politik zur Förderung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie zur Kontrolle dieser Nutzung ist gleichzeitig inkohärent und wenig funktional. Folgen sind Übernutzung, Neulandkolonisierung aufgrund zunehmender Armut, extrem ungleiche Landbesitzverteilung sowie rücksichtloser Raubbau an den Naturwäldern. Die nachhaltige Nutzung der Agrarflächen ist besonders bei Kleinbauern nicht gegeben, nachhaltige Naturwaldbewirtschaftung ist weitgehend unbekannt. ZielArme Kleinbauern verbessern die Produktivität ihrer Anbauflächen und ihres Waldbesitzes bei gleichzeitig nachhaltiger Ressourcennutzung. VorgehensweiseDas Vorhaben verbindet, in abgestimmtem Vorgehen von paraguayischem Landwirtschaftsministerium, KfW Entwicklungsbank und GIZ, die Einführung neuer Methoden der landwirtschaftlichen Beratung mit der Mittelbereitstellung für operative und investive Maßnahmen für organisierte Produzentengruppen. Leistungen der GIZ sind Ausbildung des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes in neuen Bewirtschaftungsmethoden, Beratung von organisierten ländlichen Kleinproduzenten sowie Bereitstellung finanzieller Mittel und deren sachgerechter Verwendung in der kleinbäuerlichen Land- und Forstwirtschaft. Das Vorhaben vermittelt der Zielgruppe aus 15.000 kleinbäuerlichen Familien mittels technischer und finanzieller Unterstützung neue landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden. Sie verbessern die Bodenfruchtbarkeit und Produktion stark degradierter Böden und leisten somit einen Beitrag zur Einkommenssicherung und -steigerung der Produzenten. Das Vorhaben unterstützt die Produzenten außerdem bei der Diversifizierung ihrer Produkte und der besseren Anbindung an den Markt. Letzteres geschieht vor allem in Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public-Private Partnerships – PPP). Verfahrensgestaltung, Technologieanpassung und -verbreitung sowie der Aufbau von Ressourcen und Leistungsfähigkeit (Capacity Development) stehen methodisch im Vordergrund. Das Vorhaben unterstützt das Landwirtschaftsministerium vor allem bei der finanziellen Abwicklung eines Finanzierungsfonds (KfW Entwicklungsbank) und der Sicherung einer qualifizierten land- und forstwirtschaftlichen Beratung lokaler, operativer Einheiten (GIZ). Diese operativen Einheiten bestehen aus sechzig ländlichen Beratern, die zum landwirtschaftlichen Beratungsdienst des Ministeriums gehören und in fünf ausgewählten Regionen (Departements) arbeiten. Sie sind vom Vorhaben eingestellt und werden finanziert; in den letzten Jahren wurden immer mehr Berater direkt vom Landwirtschaftsministerium finanziert. Die Berater erlernen neue Technologien der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft und führen sie bei formalisierten Bauerngruppen ein. Durch Technologien wie Direktsaat und Gründüngung, technische und partizipative Ansätze der Naturwaldbewirtschaftung sowie Beratung bei der Organisation von Bauernverbänden und Kooperativen, bei Technologieanwendung und Vermarktung werden die Kleinbauernfamilien befähigt, ihre Ressourcen nachhaltig zu nutzen und sich aktiv in Wertschöpfungsketten einzubringen. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeRund 15.000 Familien wenden von den Beratern eingeführte ressourcenschonende Techniken auf ihrem Land- und Waldbesitz an. Die Gesamtfläche umfasst rund 15.400 Hektar. Die durchschnittlichen Erträge der wichtigsten Produkte der kleinen Produzenten, Mais, Maniok und Baumwolle, sind 61 Prozent, 19 Prozent und 57 Prozent höher als die vergleichbarer Produzenten, die die Methoden nicht anwenden. Die durch das Vorhaben erreichte Einkommenssteigerung bedeutete einen zusätzlichen Mehrwert von 18.720.000 US-Dollar für die Projektregion. Das Einkommen der Zielgruppe konnte um 1.248 US-Dollar pro Jahr erhöht werden, im Vergleich zu nicht beratenen Gruppen in ähnlichen ökonomischen, sozialen und kulturellen Verhältnissen sowie mit vergleichbarem Grundbesitz (Flächen von 5 bis 20 Hektar). Das Interesse der Produzenten, in die Städte abzuwandern, hat sich reduziert: 90 Prozent der durch die Maßnahmen begünstigten Produzenten geben an, ihr Land nicht verkaufen zu wollen. Durch Direktsaat und Gründüngung hat sich für die Familien eine Einsparung an Arbeitskraft für den Anbau der wichtigsten Produkte von 45 Prozent ergeben. Die Arbeitsbelastung der Frauen hat sich dort, wo Wiederaufforstung betrieben wurde, erheblich reduziert, weil der Zeitaufwand für die Holzsuche entfällt. Das Landwirtschaftsministerium hat technische Inhalte und neue Beratungsmethoden aus dem Vorhaben in das Nationale Programm für Land- und Waldmanagement, Wasser und Biodiversität integriert. |
GIZ-Weltweit |