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Frau Susanne Bieberbach
E-Mail: susanne.bieberbach@giz.de

Unterstützung der Antikorruptionskommission

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Antikorruptionskommission
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sierra Leone
Politischer Träger: Anti Corruption Commission of Sierra Leone
Gesamtlaufzeit: November 2005 bis April 2008

Ausgangssituation

Wesentlichen Ursache des 10-jährigen Bürgerkrieges und der Zerstörung der sozialen und ökonomischen Strukturen in Sierra Leone sind schlechte Regierungsführung und massive Korruption in ehemaligen Regierungen und der öffentlichen Verwaltung. Die auf allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ebenen herrschende Korruption hat bis heute verheerende wirtschaftliche Auswirkungen und das Vertrauen der Bevölkerung in Staat und Wirtschaft anhaltend zerstört. Die Vertrauensbeziehungen zwischen Sierra Leone und seinen bi- und multilateralen Entwicklungspartnern sind ebenfalls stark beschädigt. Um sicherzustellen, dass mit öffentlichen Einnahmen und Spenden für Sierra Leone nachhaltig und vernünftig gewirtschaftet wird, müssen jahrzehntelang praktizierte Misswirtschaft und Korruption bekämpft werden. Die Weckung eines Unrechtsbewusstseins gegenüber den unterschiedlichen Formen der Korruption ist ein wesentlicher Faktor für eine positive und selbstständige Entwicklung von Sierra Leone, ohne die auch der derzeitige Frieden gefährdet ist.
Mit Unterstützung der britischen Regierung von Großbritannien gründete die Regierung Sierra Leones bereits im Februar 2000 die Antikorruptionskommission „Anti Corruption Commission“  (ACC). Die von der ACC verfolgte Aufklärungs- und Mobilisierungsarbeit der ACC stellt die negativen Auswirkungen von Korruption und insbesondere den dadurch unmittelbar entstehenden Schaden für die Bevölkerung in den Mittelpunkt. So sollen Verhaltensveränderungen bewirkt werden.

Ziel

Die Kenntnisse der Bevölkerung über die negativen politischen und sozioökonomischen Auswirkungen von Korruption und über die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt trägt durch Aufklärungs- und Mobilisierungsarbeit dazu bei, das Thema Korruption einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen. Partizipation, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein werden beispielsweise durch Radio- und Fernsehprogramme in Zusammenarbeit mit dem Community Relations Department der ACC gefördert.
In Kooperation mit anderen Entwicklungsprogrammen vor Ort werden Schulungsmaterialien, insbesondere für Jugendliche, entworfen und landesweit eingesetzt.
Das Informations- und Präventionsprogramm der Antikorruptionskommission wird durch Medienkampagnen und Wettbewerbe ausgebaut sowie durch den Aufbau eines Netzwerkes im Kampf gegen die Korruption gestärkt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Radio- und Fernsehprogramme (Werbesendungen, Diskussionen, Dokumentationen) über die Aktivitäten der Antikorruptionskommission wurden produziert und landesweit übertragen. Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor waren an den Diskussionen beteiligt. Ein besonderer Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit der Frage, wie besonders Frauen durch Korruption benachteiligt werden.

Die ACC und das UK Department for International Development (DFID), die britische Regierungsorganisation für die Entwicklungszusammenarbeit, arbeiteten in der Vergangenheit bei zwölf Radiostationen zusammen. Durch die Unterstützung des Projekts konnte die Bevölkerung durch drei weitere Radiostationen informiert und sensibilisiert werden:

  • Radio Maria wird in Bombali, Kambia sowie in Teilen von Koinadugu und Tonkolili gehört und erreicht etwa eine Million Menschen.
  • Radio Modcar erreicht Moyamba, Teile von Tonkolili, Bo und Pujehun mit insgesamt etwa 900.000 Einwohnern.
  • Eastern Radio erreicht ungefähr 1,1 Millionen Einwohner in Kenema, Teilen von Kailahun, Bo und Kono.

Mit den Radioprogrammen wurden insgesamt etwa drei Millionen Menschen erreicht. Ungefähr zwei Millionen Jugendliche und Erwachsene unter ihnen konnten als regelmäßige Radiohörer für das Thema Korruption sensibilisiert werden.

Das Projekt unterstützte die Einrichtung sogenannter Integrity Clubs an sechs Secondary Schools. In jeder Schule wurden 100 Multiplikatoren ausgewählt, geschult und mit Informationen über das Thema Korruption und die Arbeit der ACC ausgestattet. Die Multiplikatoren informieren und sensibilisieren ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, das Lehrpersonal und die Eltern. Das Thema Korruption wird in den Schulen inzwischen immer offener diskutiert. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler hat inzwischen ausreichend Selbstbewusstsein entwickelt, um Korruptionsfälle in der Schule anzuzeigen.

Mit der Entwicklung von Lernmaterialien wurde begonnen. Es wurden Comic-Poster entwickelt, die drei verschiedenen Geschichten über Korruption und Korruptionskämpfung zeigen. Das vierte Poster zeigt einen Überblick zum Thema sowie über die Arbeit der ACC. Im Juni wurden rund 330 Lehrer im Gebrauch der Comic-Poster ausgebildet. Die Poster sind der erste Schritt in Richtung Integration des Themas in die nationalen Lehrpläne.

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