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Herr Klaus Hornetz
E-Mail: klaus.hornetz@gtz.de

Entwicklung des Gesundheitssektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Entwicklung des Gesundheitssektors (Reproduktive Gesundheit, Gesundheitsfinanzierung)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministry of Medical Services; Ministry of Public Health and Sanitation
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2016

Ausgangssituation

Trotz staatlicher Reformbemühungen und positiven Wirtschaftswachstums ist das kenianische Gesundheitssystem völlig unzureichend. Seit den 1990er-Jahren weisen viele Gesundheitsindikatoren, darunter Mütter- und Säuglingssterblichkeit, einen negativen Trend auf. Die allgemeine Lebenserwartung ist gesunken.

Trotz einer Infektionsrate von 7,4 Prozent erklären die Folgen der HIV/Aids-Epidemie die negativen Trends nicht allein. Die Mehrzahl der armen Kenianer ist von guter Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. In ländlichen Gebieten gibt es nur wenige Gesundheitseinrichtungen und viele Menschen können deren Leistungen nicht bezahlen. Soziale Sicherungssysteme sind unzureichend, Gesundheitsdienste oft von schlechter Qualität. Ursachen sind mangelndes Wissen und Erfahrung von Gesundheitsarbeitern sowie knappe, schlecht gemanagte finanzielle Mittel.

Besonders besorgniserregend ist die Versorgungssituation bei der reproduktiven Gesundheit. In einem Land wie Kenia hat dies katastrophale Folgen für die Gesundheit von Frauen: Hier durchleben arme Frauen im Durchschnitt sieben Schwangerschaften, etwa 80 Prozent der Frauen entbinden ohne medizinische Betreuung. Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) wird in großem Umfang praktiziert. Gewalt gegen Frauen ist weitverbreitet, eine schwere Menschenrechtsverletzung mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen.

Ziel

Die arme Bevölkerung Kenias, vor allem Frauen und Jugendliche, hat gleichberechtigten Zugang zu guter, erschwinglicher Gesundheitsversorgung, insbesondere im Bereich der reproduktiven Gesundheit.

Vorgehensweise

Das Gesundheitsprogramm unterstützt die kenianische Regierung bei einem 2004 initiierten Reformprozess. Dazu gehören die Einführung eines sozial gerechten Finanzierungssystems, Entwicklung und Einführung von Qualitätsstandards sowie die Berücksichtigung von Gendergerechtigkeit und Menschenrechtsprinzipien im Reformprozess. Die Überwindung geschlechtsspezifischer Gewalt, einschließlich weiblicher Genitalverstümmelung, ist ein weiterer Schwerpunkt des Programms.

Das Programm arbeitet auf mehreren Ebenen. Auf zentraler gesundheitspolitischer Ebene beeinflusst es durch Beratung und Förderung der Leistungsfähigkeit (Capacity Building) die Gestaltung von Politiken und Strategien: in enger Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen, aber auch mit nichtstaatlichen Partnern wie Kirchen, Netzwerken von Nichtregierungsorganisationen (NRO), anderen Gebern und dem Privatsektor. Das Programm unterstützt die Organisationsverbesserung der Partner durch Beratung und Beiträge zur Finanzierung.

In ausgewählten, besonders benachteiligten Distrikten leistet die GTZ Beratungs- und Finanzierungsbeiträge, um reproduktive Gesundheitsdienste zu verbessern. Einzelne Initiativen werden mit Zuschüssen unterstützt, Planungsprozesse beraten. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Beratungsarbeit werden auf nationaler Ebene eingebracht.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die begonnenen Reformen zu einer positiven Trendwende bei den Gesundheitsindikatoren führen. So ist die Zahl der Frauen, die Familienplanungsangebote, Schwangerenvorsorgeuntersuchungen und klinisch betreute Entbindungen wahrnehmen, nach zehn Jahren erstmals wieder angestiegen.

Die Politikberatung des Programms hat zum umfassenden Reformprozess bei der Gesundheitsfinanzierung und der aktuellen Entwicklung einer armutsorientierten Finanzierungsstrategie im Gesundheitssektor deutlich beigetragen. Durch die technische und finanzielle Unterstützung des Programms konnte der Dialog zwischen nichtstaatlichen und staatlichen Gesundheitsanbietern erheblich verbessert werden, sowie ihre Beteiligung an gemeinsamen Finanzierungen internationaler Geber (sector wide approaches – SWAps).

Eine Policy für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnership – PPP) im Gesundheitssektor wird derzeit von Gesundheitsministerien und nichtstaatlichen Anbietern erarbeitet. Das Gesundheitsprogramm koordiniert und vertritt die Geber bei Gesundheitsfinanzierung, reproduktiver Gesundheit und PPP. Die Zusammenarbeit der Geber konnte erheblich verbessert werden.

Das Programm hat wesentlich dazu beigetragen, Gewalt gegen Frauen in Folge der Gewaltausschreitungen nach den Wahlen im Dezember 2007 zu lindern. Mehrere tausend Frauen und Kinder wurden in dieser Zeit vergewaltigt und physisch misshandelt. Mithilfe von Geldern der Entwicklungszusammenarbeit erhielten seit Anfang 2007 mehr als 1.700 arme Frauen und Kindern Zugang zu medizinischer Behandlung. 180.000 Frauen und Kinder erhielten psychosoziale Unterstützung, die ihnen die Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse erleichtert.

In den Regionen, in denen das Programm tätig ist, ging die Zahl der weiblichen Genitalverstümmlungen signifikant zurück. Eine Reihe jugendfreundlicher Gesundheitsdienste wurde mit Unterstützung des Programms eingerichtet. Menschenrechtsprinzipien und Gendergerechtigkeit sind in wichtigen nationalen Politiken und Strategien verankert.


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