Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Bewirtschaftung der WasserressourcenProjektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Bewirtschaftung der Wasserressourcen
Ausgangssituation
Mit einer verfügbaren Menge von 180 Kubikmetern pro Person und Jahr zählt Jordanien zu den wasserärmsten Ländern der Erde. Die Wasservorkommen werden derzeit so stark übernutzt, dass eine nachhaltige Versorgung von Bevölkerung, Industrie und Landwirtschaft ernsthaft gefährdet ist. Wenn sich Art und Umfang des Wasserverbrauchs nicht drastisch ändern, wird dies unabsehbare Konsequenzen für Bevölkerung und Umwelt haben. ZielDie vorhandenen Wasserressourcen werden nachhaltig und effizient genutzt, bei fairem Interessensausgleich zwischen Haushalten, Industrie und Landwirtschaft. VorgehensweiseDie GIZ arbeitet, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), in diesem Programm auf allen Ebenen des jordanischen Wassersektors. In nationalen Ministerien prüft sie die gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen und zeigt neue Lösungswege auf. Wasserversorger werden bei der Reduzierung der Wasserverluste, bei der vollständigen Erhebung der Kunden- und Verbrauchsdaten, bei der Schulung von Fach- und Führungskräften und durch den Aufbau von Organisationsstrukturen und -verfahren zur Effizienzverbesserung unterstützt. Die GIZ arbeitet zudem direkt mit den Nutzergruppen, insbesondere Landwirten, zusammen. Die Landwirtschaft verbraucht derzeit rund 65 Prozent des zur Verfügung stehenden Wassers, erwirtschaftet aber nur drei Prozent des Bruttoinlandprodukts. Landwirte müssen Frischwasser daher effizienter nutzen und verstärkt auf behandeltes Abwasser setzen. Die kritische Frage der Übernutzung der Grundwasserspeicher wird durch einen Dialog aller Beteiligten zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium bearbeitet. Die Water Wise Woman Initiative (WWWI) wird bei der Gründung eines Netzwerks von Selbsthilfegruppen unterstützt, das ihre Vertretung gegenüber den Wasserbehörden stärkt. Die Wiederverwendung von Grauwasser in Hotels und die Unterstützung einer Wissensplattform für den Wassersektor in Jordanien zur Erleichterung des Wissensmanagements sind weitere Aktivitäten. Das Programm wird umgesetzt in Zusammenarbeit mit KfW Entwicklungsbank, Bundesagentur für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM). Mehrere deutsche Firmen sind in Form von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnerships – PPP) beteiligt. Weitere Kooperationspartner sind die US-amerikanische Regierungsorganisation der Entwicklungszusammenarbeit (United States Agency for International Development – USAID, die japanische Regierungsorganisation der Entwicklungszusammenarbeit (Japan International Cooperation Agency – JICA) und EU-Projekte. Wirkung – Was bisher erreicht wurdeIn sechs Gouvernoraten, einschließlich Amman und Aqaba, arbeiten Wasserbetriebe heute als dezentralisierte, teilautonome Gesellschaften unter Beteiligung des Privatsektors. Die Versorgung der dort lebenden Bevölkerung, zirka sechs Millionen Menschen, darunter ein beträchtlicher Anteil armer Bevölkerungsgruppen, hat sich qualitativ und quantitativ verbessert. Die Betriebsverluste der Wasserversorger wurden um mehr als 40 Prozent gesenkt. In den mittleren Gouvernoraten verbesserte das Engagement der Privatwirtschaft die finanzielle Situation der Wasserbetriebe und den Service für die Verbraucher erheblich. Durch den Aufbau von Wassernutzergemeinschaften, denen inzwischen rund 40 Prozent der Landwirte im Jordantal angehören, ist die Wasserverteilung zuverlässiger geworden und die Erträge der Betriebe sind gestiegen. Die knappen Wasserressourcen werden in der Bewässerungslandwirtschaft effizienter genutzt und die Bereitschaft der Bauern, kostendeckende Wassertarife zu bezahlen, ist gestiegen. Im Jordantal wurden rund 30 Prozent der Bauern im Umgang mit behandeltem Abwasser in der Bewässerungslandwirtschaft geschult, unter Beachtung von Umwelt- und Gesundheitsstandards. Die Akzeptanz einer Nutzung von Wasserressourcen marginaler Qualität wird dadurch erhöht, sodass Frischwasser, das dringend zur Versorgung der Bevölkerung gebraucht wird, mittelfristig durch gereinigtes Abwasser und Brackwasser ersetzt werden kann. Die GIZ berät das Partnerministerium in strategischen Fragen und bei der Erarbeitung einer neuen Wassergesetzgebung. Darüber hinaus wurde durch die Beratung in Fragen der Personalentwicklung, der Wasserallokation sowie bei Budget- und Investitionsplanungen die Managementkompetenz des Ministeriums spürbar verbessert.
Weiterführende Informationen
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