Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt seit dem 1. Januar 2011 die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von DED, GTZ und Inwent. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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Kambodscha: Öffentliche Anerkennung für das erlittene Leid
Im Auftrag des Auswärtigen Amtes unterstützt die GTZ die Nebenklage im „Duch“-Prozess Mit seinem ersten Urteil vom 26. Juli erklärte der Internationale Sonderstrafgerichtshof „Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia“ (ECCC) in Kambodscha „Duch“ für schuldig. Im Prozess musste sich der frühere Leiter des Foltergefängnisses Tuol Sleng für den Tod von über 12.000 Menschen verantworten - auch vor den Opfern: Knapp 90 Nebenkläger beteiligten sich an der Verhandlung gegen den Funktionär der Roten Khmer. Ihre Interessen werden von einer eigenen Abteilung des ECCC vertreten. Unter anderem mit deutschen Geldern, die die GTZ im Auftrag des Auswärtigen Amtes betreut. „Die sogenannte ‚Victims Unit‘ unterstützt die Nebenkläger von Anfang an“, berichtet Franziska Böhm von der GTZ Kambodscha. „Sie informiert die Opfer des Regimes über ihre Rechte und hilft ihnen dabei, Anträge als Nebenkläger zu stellen.“ Mit der Unterstützung der GTZ setzte die Abteilung für die Belange der Opfer Informationskampagnen durch und erstellte eine Beschwerdekartei, um Vorwürfe gegen die Funktionäre der Roten Khmer systematisch zu sammeln. „Es ist sehr wichtig, die Betroffenen am Verfahren zu beteiligen“, betont Böhm. „Das erlittene Leid wird vor Gericht erstmals offiziell anerkannt und sie können ihr Leid und ihre Trauer durch die Teilnahme aktiv bewältigen.“ Im September müssen sich voraussichtlich vier weitere ranghohe Funktionäre der Roten Khmer vor Gericht verantworten – aktuell liegen dazu mehr als 4000 Anträge von Nebenklägern vor. Das Auswärtige Amt finanzierte diese Arbeit 2010 mit weiteren 400.000 Euro. Insgesamt hat Deutschland dem ECCC über das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und anderen Ressorts seit 2005 mehr als 7 Millionen Euro bereit gestellt, davon allein 1,5 Millionen Euro in diesem Jahr. Im Auftrag der Bundesregierung setzen sich auch DED, InWEnt sowie das Centrum für Migration und Entwicklung (CIM) für die Aufklärung des Unrechts in der etwa vier Jahre andauernden Diktatur ein. Kurzdokumentation des BMZ: Förderung von Sicherheit und Frieden in KambodschaDer Film zeigt als Beispiel aus der Praxis, wie die Entwicklungszusammenarbeit dazu beiträgt, die Taten des vierjährigen Regimes der Roten Khmer aufzuarbeiten und Sicherheit in Kambodscha zu fördern. Er ist ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Für das Leben von morgen“ und kann über den I-Punkt bestellt werden. |
AktuellesDie Suche nach Gerechtigkeit in Kambodscha
Eine Veranstaltung der Reihe "Aus der Praxis der GTZ" |