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Gesicherte medizinische Versorgung für die Ärmsten

In Indien profitieren bereits 56 Millionen Menschen von einer kostenlosen Krankenversicherung.

Rund 400 Millionen arme Menschen arbeiten in Indien im informellen Sektor. Sie können sich keine Krankenversicherung leisten. Um die Gesundheitsversorgung auch für diesen Teil der Bevölkerung sicherzustellen, entwickelte das indische Ministerium für Arbeit und Beschäftigung 2007 ein staatliches Versicherungsmodell. Heute, nur drei Jahre später, nutzen bereits 56 Millionen Mitglieder der Rashtriya Swasthya Bima Yojana (RSBY) ihre digitale Versichertenkarte, mit der sie in Krankenhäusern landesweit umsonst behandelt werden. Die GTZ beteiligte sich im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit (BMZ) an der Umsetzung und an der Entwicklung der sogenannten „smart card“.

„Bisher verschuldeten sich mit einem Krankenhausbesuch jährlich rund 64% der Armen und fielen dadurch in noch ärmere Verhältnisse.“ erklärt Dr. Nishant Jain, der im Team der GTZ in Indien arbeitet. „Um dies zu verhindern, stellte die indische Regierung nicht nur eine Milliarde Dollar bereit, sondern entwickelte auch eine intelligente Lösung, um so viele Menschen wie möglich zu versichern.“ Der Eigenbeitrag beträgt pro Jahr und Familie umgerechnet nur 50 Cent. Dafür erhält diese mit der Registrierung eine „smart card“, die beispielsweise Krankenhauskosten bis zu 500 Euro pro Jahr deckt.

„Durch die gute Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor konnte sich diese Krankenversicherung in drei Jahren so gut verbreiten“ erläutert Jain. „Die Versicherer erhalten pro Mitglied einen festen Geldbetrag - sie bemühen sich also, möglichst viele arme Familien zu registrieren. Durch den elektronischen Transfer der Daten bekommen alle 4.300 beteiligten Krankenhäuser – ob privat oder staatlich – ihre Leistungen sicher bezahlt.“ Die IT-Lösung über die Karte, entsprechende Lesegeräte und Datenbanken schafft auch die Flexibilität der Verwaltung. So können alle Anmeldungen schnell verarbeitet werden. Inzwischen stößt das erfolgreiche Modell auch in anderen Ländern auf Interesse – so sind beispielsweise Ghana, Bangladesch, Pakistan und Nepal im Gespräch mit Indien.

An einer der mobilen Registrierungsstellen erhält eine junge Frau Informationen zur Krankenversicherung. (Quelle: GTZ)
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