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Vietnam: Entwicklung, Sicherung und nachhaltige Nutzung der Küstenschutzwälder

Artenvielfalt sichert nachhaltige Entwicklung

Vor wenigen Jahren standen die Bewohner etliche Kilometer hinter der Südküste Vietnams während der Flut noch nicht knöcheltief im Wasser. Heute spüren sie den Klimawandel durch den steigenden Meeresspiegel und immer häufiger auftretende Stürme. „Vietnam ist besonders stark vom Klimawandel betroffen – vor allem das südliche Küstengebiet.“ beschreibt GTZ-Klimaexpertin Ilona Porsché die Lage. Der schützende Mangrovenwaldgürtel im Mekong-Delta wurde zu großen Teilen für Shrimp-Farmen abgeholzt und ist durch übermäßige Nutzung so dezimiert, dass er das dahinter liegende Land kaum noch schützt. Die arme Bevölkerung, die in den Mangroven Nahrung und Holz sammelt, verliert nach und nach ihre Existenzgrundlage.

Mangrovengürtel aus der Vogelperspektive (Quelle: GTZ, Klaus Schmitt)

Mangrovengürtel aus der Vogelperpektive  (Quelle: GTZ, Klaus Schmitt)

Um diese Entwicklung aufzuhalten, arbeitet die GTZ im Auftrag des BMZ vor Ort bereits seit drei Jahren daran, das ökologische Gleichgewicht der Feuchtgebiete in der Region Soc Trang zu wahren und die nachhaltige Nutzung der Flächen zu fördern. „Wir setzen alles daran, Biodiversität zu erhalten. Nur ein artenreicher Wald kann den Naturgewalten trotzen und die Bewohner dauerhaft schützen und ernähren.“ erläutert Klaus Schmitt, der das Projekt leitet. Dies gilt auch für die vom Bundesumweltministerium und von AustralianAid beauftragten Vorhaben in den Nachbarregionen Bac Lieu und Kien Giang. In Bac Lieu werden in diesem Jahr gemeinsam mit der vietnamesischen Forstbehörde bereits die ersten 30 Hektar Land mit Setzlingen verschiedenster Arten bepflanzt, um die Monokultur-Plantagen wieder in artenreiche Mangrovenwälder zu verwandeln. In Soc Trang sind in Zusammenarbeit mit der GTZ bereits 110 Hektar entlang der Küste aufgeforstet.

Bewohner der Küstenzone in den Mangrovenwäldern (Quelle:GTZ)

Die lokale Bevölkerung beim Fischen in den Mangrovenwäldern (Quelle: GTZ)

„Für die Küstenbewohner zählt jeder Quadratmeter widerstandsfähiger Wald.“ betont Schmitt. Laut einer Prognose des Weltklimarats wird der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhundert um 40 cm steigen - Millionen Menschen müssten aus der Küstenzone des Deltas ins Inland umsiedeln. Umso wichtiger ist es, dass die lokale Bevölkerung die Wälder nutzt, ohne sie dabei zu zerstören. Im Dorf Au Tho B setzen die Bewohner das Prinzip Nachhaltigkeit bereits erfolgreich um, indem sie über die Nutzung der Wälder entscheiden und deren Schutz dabei mitdenken. Seit September 2009 integrieren rund 1000 Bewohner in Soc Trang diesen Ansatz in ihr tägliches Leben und sichern sich so ihre Lebensgrundlage.

Die bestehende Zusammenarbeit innerhalb der Projekte und Regionen legt den Grundstein, um die südliche Küstenregion Vietnams langfristig widerstandsfähig gegen die Auswirkungen des Klimawandels machen. „Unser Engagement zeigt exemplarisch, wie bedeutsam die biologische Vielfalt für eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung ist“, so das Fazit von Schmitt.


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